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Die zweijährige Eingangsstufe an der Grundschule Schelmengraben

Die zweijährige Eingangsstufe stellt in Hessen eine Form des Schuleingangs dar, die als Alternative zum klassischen Regelschulsystem angeboten wird. Fünfjährige Kinder werden als Schulkinder ohne die sonstigen Eingangsvoraussetzungen aufgenommen. An der Grundschule Schelmengraben gibt es aktuell sieben Eingangsstufenklassen. Pro Jahrgang werden bis zu 80 Kinder neu aufgenommen, die von einem pädagogischen Team (Lehrerinnen, Sozialpädagogin/gen) betreut werden.

Die fachlichen Inhalte des ersten Schuljahres werden in der Eingangsstufe auf zwei Schuljahre verteilt und bietet den Kindern mehr Zeit, sich auf die veränderten Bedingungen der Schule einzustellen. Daher bietet die Eingangsstufe den Kindern einen gleitenden Übergang vom Kindergarten in die Schule. Die Kinder können so in aller Ruhe die Gruppe und die neue Umgebung kennen lernen, gemeinsame Regeln des Zusammenlebens zu erarbeiten und die eigene Arbeitsorganisation zu entwickeln. In der inhaltlichen Gestaltung erleben die Kinder zunächst eine Reihe von bekannten Elementen aus dem Kindergarten, die dann im Laufe der zwei folgenden Schuljahre Schritt für Schritt von schulischen Strukturen und Lernformen abgelöst werden.

Übersicht über die Beschulung mit Eingangsstufe an der Grundschule Schelmengraben

Durchschnittsalter
der Kinder
SchuljahrOrganisation
mit Eingangsstufe
Lehrkräfte/ päd. Personal
5-6 Jahre0. SchuljahrE11 Lehrkraft + 1 Sozialpädagogin
6-7 Jahre1. SchuljahrE21 Lehrkraft + 1 Sozialpädagogin
7-8 Jahre2. Schuljahr2. Klasse1 Lehrkraft
8-9 Jahre3. Schuljahr3. Klasse1 Lehrkraft
9-10 Jahre4. Schuljahr4. Klasse1 Lehrkraft

Ziel ist vor allem im ersten Jahr der Eingangsstufe, Entwicklungsprozesse anzuregen und den Kindern Grundlagen für schulisches Arbeiten zu vermitteln. Dabei steht das ganzheitliche Lernen im Vordergrund, mit dem Ziel, über Bewegung und das Einbeziehen aller Sinne, die Lernbereitschaft, die Lernfähigkeit und den Auf – und Ausbau des Selbstbewusstseins zu fördern. Durch individuelle Förderung und differenzierte Lernangebote wird auf den Entwicklungsstand des einzelnen Kindes angemessen eingegangen.
Es besuchen rund 400 Kinder die Grundschule Schelmengraben, die aus ca. 50 Nationen kommen. Die meisten Kinder wachsen mehrsprachig auf.
Die große Chance der Eingangsstufe besteht also auch darin, die Kinder sprachlich sehr früh bestmöglich zu fördern. Dies ist in dem sehr jungen Alter über das Spielen – hier insbesondere das Rollenspiel aber auch andere Spielvariationen sehr gut abbildbar.

Die Struktur der Eingangsstufe

Die Eingangsstufe wird in Jahrgangsklassen geführt. Jahrgangsübergreifende Aktivitäten entstehen durch die räumliche Verbindung der vier Klassen in offenen Phasen.
In der Eingangsstufe arbeiten Lehrerinnen und Sozialpädagogin/-pädagoge für zwei Jahre gleichberechtigt im Team zusammen.
Jeder Wochentag in der Eingangsstufe weist feste Strukturen auf. Diese sollen den fünf- und sechsjährigen Kindern den Überblick über die Aktivitäten des Vormittags erleichtern. Wiederkehrende Rituale helfen ihnen, sich leichter in das Schulleben einzugewöhnen.
Die Arbeit und das Lernen in der Eingangsstufe sind gekennzeichnet durch feste Elemente und Arbeitsformen, die dem Lern- und Leistungsrhythmus der Altersstufe angemessen sind:
– Morgenkreis/Schlusskreis
– Tagesplan
– Freies Spiel/ Freie Arbeit/ Wochenplanarbeit

Das Raumkonzept

Jede Klasse bleibt jeweils über 2 Jahre in einem festen Klassenraum. Durch die räumliche Gliederung der Schulräume, 1 Klassenraum-1 Zwischenraum-1 Klassenraum, steht jeweils ein gemeinsamer Klassenraum für die jeweils als Paten miteinander kooperierenden E1er und E2er Jahrgänge zur Verfügung.
In der täglichen freien Spielzeit nutzen die E1er den Raum, um hier vor allem in sprachförderliche Spiele frei spielen zu können. In den vier Zwischenräumen befinden sich Spiele und Materialien, wie Puppenhaus mit Ausstattung, kleine Möbel für „Mutter, Vater, Kind“ – Spiele und zum Schule spielen, Puppen, Autos, Bau- und Steckmaterialien. Maßgeblich wichtig ist dabei die im Spiel geforderte Kommunikation der Kinder untereinander als zusätzliches Mittel der Sprachförderung und das Ausprobieren im sozialen Miteinander.